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Zwei einhalb Jahre hat unser Miniverlag existiert und drei Bücher haben wir in dieser Zeit herausgegeben. Zum Ende dieses Jahres werden wir den Verlag auflösen. Es war eine schöne und aufregende Erfahrung mit dem Verlag zu arbeiten und ich habe es sehr genossen. Jetzt ist es Zeit neue Wege zu gehen. Uns war immer klar, dass wir unsere Bücher im Miniverlag nicht angemessen vermarkten können. Dazu hätten wir sehr viel mehr Energie hinein stecken müssen; aber ich habe mich entschieden, dass ich mich lieber dem Schreiben widmen möchte. Eine schöne Zeit geht zu Ende.
Neue Schreibabenteuer sind in Sicht.
Klaus Eck ist selbstständiger Kommunikationsberater & Reputation Manager. Er publiziert seit mehr als 14 Jahren regelmäßig in der Marketing- und PR-Fachpresse und betreibt seit Juli 2004 ein eigenes Online-Journal namens „PR-Blogger“ zur Web 2.0-Kommunikation. Anfang Oktober erscheint sein neues Buch „Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!“ im Carl Hanser Verlag.
macht keinen Spaß.
Gestern habe ich eine Anfrage auf dem Portal für Mediengestalter gepostet, um endlich nach jemandem Ausschau zu halten, der die Druckvorlage für den Text übernehmen kann. Das Ergebnis ist überwältigend. Von allen Seiten kommen qualifizierte Bewerbungen. Viele davon mit interessanten Arbeitsproben.
In diesen zu stöbern macht allerdings schon Spaß. Die äußerst angenehme Kehrseite dieser Medallie.
Es gibt Wochen da ist die Verlagsarbeit im Nebenjob Schwerstarbeit. Der Hauptberuf kostet viel Energie, die neuen Schreibprojekte locken, aber da ist dieser Berg von Arbeit. Papiere zum Lesen, Entscheidungen rechtzeitig treffen und die richtigen Mitstreiterinnen und Mitstreiter finden. Aufträge vergeben.
Für den Satzspiegel habe ich immer noch niemand gefunden. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
Eine Idee …
… muß Wirklichkeit werden können, sonst ist sie eine eitle Seifenblase.
Dieses Motto stand für mich am Anfang meines ersten Buchprojektes.
Wir wollen es nicht verhehlen, es gibt Eigen- und Miniverlage wie Sand am Meer. Jede Verlagsgründung hat ihre eigene Geschichte, aber selten ist diese für Außenstehende interessant. Im Schwung der Faszination des Erreichten, Erlebten und den neu gewonnen Erfahrungen, vergessen aufgeregte Gründerinnen das manchmal.
Auch unsere Verlagsgründung war unspektakulär und die Motivation lag in unserer speziellen Ausgangssituation.
Denkt jemand zum ersten Mal darüber nach ein Buch zu veröffentlichen, laufen – abhängig von der Persönlichkeit – fast immer ähnliche Gedankengänge ab.
Der Insider, der weiß wie die Verlagsbranche tickt, aktiviert sein Netzwerk und sucht sich einen passenden Verlag für sein Buchprojekt.
Der Selbstbewusste, der sich sicher ist, dass er einen Bestseller geschrieben hat, schickt sein vollständiges Manuskript an einige große Verlage, später an die kleinen Verlage, manchmal gelangt er an einen der unseriösen Druckkostenvorschussverlage und danach durchwandert er zutiefst deprimiert die einschlägigen Foren und klagt sein Leid.
Viele Schreibende versuchen sich in der Verlagssuche für ihr Projekt, sind damit nicht erfolgreich und verlegen ihr Buch dann bei BOD, im Eigenverlag oder als Miniverlag. Manche haben auch schon Bücher in Verlagen veröffentlicht und sind vom Marketing des Verlags enttäuscht und gründen daher den Verlag.
Es existiert ein sehr nebulöser Markt rund um den Büchermarkt. Ein Markt, der sich die Wünche und Sehnsüchte der Noch-Nicht-Autorinnen und Autoren zu nutze macht. Ein ausgewachsener Wirtschaftszweig. Undurchsichtig und voller Fallen. Für den Laien sind die Grenzen zwischen Unseriosität und Abzocke nicht einfach zu erkennen.
Unsere Motivation zur Verlagsgründung: Ohne Kontakte zu den großen Verlagen oder zu einem Agenten sind die Chancen sehr schlecht, dass das Projekt angenommen wird. Besonders bei meinem ersten Buch war es mir so wichtig, dass das Projekt keine eitle Seifenblase bleibt.
Diese Frage wird häufig gestellt und die Antwort darauf ist einfach. Es genügt tatsächlich die Anmeldung als Gewerbe und die Beantragung eines Gewerbescheins bei der zuständige Stelle. Die Kleinunternehmerregelung macht es uns möglich, dass wir für die ersten fünf Jahre keine Steuer entrichten müssen, solange wir unter einem bestimmten Umsatz bleiben. Für uns wird dadurch die Buchhaltung sehr erleichtert.
In den nächsten Tagen und Wochen werde ich in diesem Blog erläutern, wie wir auf den Gedanken gekommen sind, den Verlag zu gründen, warum wir unsere eigenen Bücher verlegen und warum es uns so viel Freude und Spaß macht, das zu tun.
Selbstverständlich gibt es auch ein paar Schwierigkeiten, wenn wir uns als Laien in einen Bereich wagen, der eine so lange Tradition besitzt und in dem viele gut ausgebildete und motivierte Menschen arbeiten. Bisher sind diese Schwierigkeiten eher nebensächlich, aber wir wollen sie nicht verheimlichen in diesem Blog.
Last not least werden wir die Frage beantworten, wie sich der Verlag finanziert, welche Chancen wir uns erhoffen und welche Risiken wir dabei tragen.
Seit April 2006 existiert der in Mannheim ansässige Verlag Neckarwiese. Zwei Bücher hat er bisher verlegt, das dritte Buch ist in Vorbereitung. Wir – Manfred und Claudia - haben viel Freude und Spaß daran diese Bücher herzustellen und zu verbreiten.
In diesem Blog berichten wir über die Arbeit des Verlags. Über die Ideen, die hinter den Projekten stecken, und über unsere Motivation uns als „Laien“ in die professionelle Welt der Verlage zu begeben. Die Arbeit in einem Miniverlag ist so vielfältig und spannend, dass wir gerne auch andere Menschen an unseren Erfahrungen teilhaben lassen möchten.

